Archiv für den Monat: Juni 2016

Man muss gar nicht

…nach Australien reisen, um über 20 Stunden unterwegs zu sein. Washington reicht völlig aus. Was jeder andere innerhalb 10-12 Stunden von Tür zu Tür hinter sich bringen kann, zelebriere ich bis zum letzten Moment… Der Weg zum Flughafen war schon gar nicht zu großzügig bemessen, wie ich unterwegs feststellen durfte, aber immerhin völlig ausreichend. Auch ohne rumzutrödeln und trotz viel boardingtime kam keine Langeweile auf. Trotzdem hatte der Flieger direkt 40 Minuten Verspätung. Der Käpten entschuldigte sich nur so halb und mit den Worten, er wüsste auch nicht, warum wir so spät geboardet hätten. Wer entscheidet denn bitte sowas? Weiterlesen

Mit Hunden

…habe ich dieses Jahr zu meiner eigenen Überraschung durchweg gute Erfahrungen gemacht, den Greyhound eingeschlossen. Sowohl die sehr vereinzelten Hunde auf dem Trail, als auch zum Beispiel Molly in Boiling Springs oder Sugar, der Hund von Jody und Craig, waren durchweg sehr gut erzogen. Mit Sugar habe ich sogar Freundschaft geschlossen, sie war immer mit dabei, egal was wir machten.

Im Greyhound auf der Fahrt nach Washington DC fühlte ich mich zwar etwas unangeschnallt, das war ich ja auch, aber ansonsten verlief die Fahrt recht unspektakulär. Nur beste Freunde werden wir nicht werden. Bus fährt scheinbar nur, wer sich nichts anderes leisten kann, wer zu den schmerzbefreiten Ausnahmen gehört oder wie ich als Rucksacktourist unterwegs ist. Weiterlesen

Pläne ändert man

…optimalerweise täglich oder gerne auch mehrmals täglich. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so viele Entscheidungen treffen musste, wenn ich dachte, es wäre eigentlich alles klar… Ich glaube, ich habe die perfekte Peer Group gefunden, und mit dem Wetter, dem Appetit, den Gelegenheiten, mit jeder neuen Information und unter Rücksichtnahme auf die individuellen Befindlichkeiten ändern sich die Umstände und Pläne einfach schnell. Nun geht’s schon bald wieder nach Hause. Vor wenigen Tagen noch hatte ich das Gefühl, zwei bis drei Wochen Trail reichen völlig aus, jetzt komme ich erst so richtig in den Rhythmus, ‘get socialised’ und könnte eigentlich noch bleiben… Weiterlesen

Nicht, dass ein falscher

…Eindruck entsteht! Kurz vor und auch nach diesen ‘creepy’ Begegnungen habe ich mindestens zehnmal so viele positive, überraschende und tolle Bekanntschaften gemacht. Wie immer hatte ich mal wieder Glück mit meinem Pech. Ich hatte es mir schon so schön ausgemalt… Ich käme nach Boiling Springs und dann wären es nur noch 0.4 Meilen zum Hotel, ich würde duschen, etwas essen, meine Wäsche waschen, andere Hiker treffen, mich sauber und wunderbar fühlen und dann abends schön in die gestärkten weißen Laken kriechen… Tja schade. Weiterlesen

An das Herumgeballer

…werde ich mich wohl nicht mehr gewöhnen. In Amerika wird gejagt und geschossen was das Zeug hält. Nun dachte ich eigentlich, es wäre gerade keine Jagt-Saison, und es läuft auch nicht viel rum, was man gerade schießen darf. Aber die letzten Tage wurde viel geschossen. Nun gut, der Trail ist scheinbar gut markiert, überall stehen NO HUNTING Schilder am Trail und die Umgebung ist mit safety zone und ähnlichem beschriftet. Trotzdem ist es komisch, wenn nur eine Meile entfernt jemand schießt. Einer hatte wohl etwas Frust, man hörte den ganzen Tag immer nur BAAM! BAAM! BAAM! BAAM!… Er schien mich förmlich zu verfolgen, so wie vor zwei Jahren immer die Gewitter hinter mir her waren, so ist es diesmal das Geballer. Morgens war es immer vor mir, im Laufe des Tages kam es immer näher und gerade als ich dachte, gleich steht einer mit ner Knarre vor mir und sagt: Snowball!!! Hab ich Dich!!! …gerade dann wurde es meistens wieder leiser um irgendwann komplett zu verstummen.  Weiterlesen