Wenn alles gut geht

…habe ich ab morgen für zwei Wochen ein Auto :-) Genau genommen hatte ich die letzten zwei Tage ziemlich viel Glück.

Der erneute Versuch, ein Auto zu mieten endete zunächst zwar wenig erfolgreich mit der Feststellung, dass inklusive Versicherungen plötzlich Mondpreise verlangt wurden, ABER zu meiner Freude und Erleichterung fand ich heraus, dass meine Kundenbetreuerin von CANUSA – in Hamburg wohlgemerkt – mir innerhalb eines Tages ein Auto besorgen konnte, das wundersamerweise erstens verfügbar und zweitens auch noch bezahlbar ist! Morgen Vormittag kann ich es hier am Flughafen abholen! (Hoffentlich ;-))

Auch die Globuli-Beschaffung stellte sich als überraschend (und nicht selbstverständlich) einfach heraus. Amerika ist wirklich merkwürdig, genauer genommen erschreckend, was Medikamente angeht. Unglaubliche Mengen an Schmerzmitteln aller Art, Schlaftabletten, Magenmitteln und ziemlich viel Zeug, das bei uns verschreibungspflichtig ist, kann man hier ohne Probleme im Supermarkt kaufen. In Familienpackungen, wenn gewünscht! Allein für Ibuprofen gibt es mehr unterschiedliche Hersteller als für Klopapier oder Chips. Was aber homöopathische Mittel sind, weiß selbst in der Apotheke kaum jemand. Wendys Tante – sehr interessiert in Gesundheitsfragen – ist allerdings überaus erfahren darin, was man wie, wo und zu welchem Preis bekommt, wie sich in einem kurzen Telefonat herausstellte, und so fuhren wir zu einem Nature-Outlet, der neben Bio-Lebensmitteln, Naturkosmetik und Räucherstäbchen auch – ja tatsächlich – Globuli verkaufte :-) Großartig! Vorsichtshalber habe ich etwas mehr gekauft. Man weiß ja nie…

Ich hätte Stunden in diesem Laden verbringen können… Nachdem ich hier die letzten Monate – umgeben von Fastfood und Softgetränken – gefühlt sehr ungesund gelebt habe, tat es einfach mal gut an, zwischen all dem Biozeug und allem, was gut für die Gesundheit ist, herum zu laufen. Na gut, es roch etwas zu intensiv nach – was auch immer dort verbrannt, versprüht oder wie auch immer in der Luft verteilt wurde. Aber so musste ich mir über Deo oder nicht Deo – das ist hier die Frage – keine Gedanken machen. ;-)

Und ich hatte noch mehr Glück! Roanoke ist aus der Sicht des Fußgängers nicht wirklich optimal strukturiert, um es mal so auszudrücken… Es gibt zwar einige Motels, aber ohne Auto ist man erstmal relativ aufgeschmissen. Nicht nur, dass alles irgendwie einen Hauch zu weit weg ist, es gibt auch fast keine Bürgersteige, von Fußgängerampeln ganz zu schweigen. Nachdem wir also Preis und Lage des ersten Motels abgecheckt hatten – beide wenig überzeugt, dass das der richtige Ort für mich wäre – bot mir Wendy kurzerhand an, ich könnte bei ihr bleiben. Ihr Apartment wäre zwar klein und ihrer Meinung nach unaufgeräumt, aber wenn mich das nicht stören würde… Tja, so schenkten wir uns, noch weiter nach Motels zu suchen und fuhren zu ihr. Mein erstes Mal Couchsurfing! Nicht, dass ich das jemals hätte ausprobieren wollen, aber so kommt man (außerhalb des Trails) wirklich ausgesprochen schnell mit netten Leuten in Kontakt. Gestern und heute lernte ich dann auch gleich ein paar ihrer Freunde kennen. Dafür, dass ich eigentlich hierher gekommen bin, um mal ein bisschen allein zu sein und meine Ruhe zu haben, ist hier ganz schön viel los ;-) Aber ich würde es absolut nicht anders haben wollen!