Mein Urlaub vom Urlaub

…gestaltet sich überaus angenehm. Nachdem diesmal mit dem Mietwagen alles gut ging, bin ich erstmal in die nächste Mall, um mich wieder ein wenig gesellschaftsfähiger zu machen. Der Buchladen hatte einen Reiseführer über Washington und auch so einiges an Grund-Kosmetik fand seinen Weg in meine Einkaufstaschen, denn mit einer viertel Flasche Campseife komme ich wohl gerade nicht wirklich weiter. Zur Krönung meines Raubzuges konnte ich Victoria noch ein paar ihrer Geheimnisse entlocken, bevor ich mich in die große weite Welt aufmachte.

Zuerst einmal steuerte ich Buena Vista an, denn dort hatte ich meine Ersatzklamotten und den Elektrokram hingeschickt. Obwohl ich nun gerade kein Hiker mehr bin, durfte ich im Hostel übernachten und Tom, der einzige andere Gast dort, leistete mir nette Gesellschaft. Sehr cool: im Schaufenster des Cafés entdeckte ich die Postkarten von BMW und Rolling R, zwei Deutschen, deren Blogs ich im letzten Jahr verfolgt habe! Es ist so üblich, dass man nach seiner Rückkehr all denen, die einen während der Wanderung unterstützt haben, eine Postkarte – optimalerweise mit Bildern – schickt um sich noch einmal zu bedanken. Viele Hostels und Hotels hängen diese dann ins Schaufenster oder an eine große Pinnwand. Es ist immer wieder interessant, dort nach bekannten Gesichtern zu stöbern :-)

Nach einem Biscuit-Frühstück konnte ich mich dann kaum noch halten… Virginia Beach, ich komme! Als allererstes bin ich an den Strand gedüst, um die Füße wenigstens einmal ins Wasser zu halten, bevor ich eine Bleibe suche. Der zweite Campingplatz hatte – trotz Wochenende – noch Platz für mich und so baute ich mein kleines Zelt auf einem Riesenplatz unter – tatsächlich – Bäumen auf. Allein meine Campsite hätte ich mir noch mit drei anderen teilen können! Beim Blick in die Nachbarschaft wurde auch klar warum: Annähernd jede Familie rückte mit nicht weniger als drei Hauszelten und zumeist zwei Autos an. Amerikanischen Autos wohlgemerkt… Da wurden nachts um elf noch halbmeterdicke Kingsize Luftmatratzen per Kompressor aufgepumpt, umringt von drei voll beleuchteten Trucks – war ja dunkel – und zwischendrin sprang die halbe Nachbarschaft herum, vor Begeisterung schier nicht mehr einzufangen. Wer allerdings was auf sich hält hat ein Wohnmobil, gerne in Linienbusgröße mit Slideouts und an der Anhängerkupplung dann den Truck für Ausflüge, falls man mal nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen möchte… Die Dinger sind größer, als so manches Haus, das man hier so am Straßenrand entdeckt und vermutlich auch entsprechend teurer! Vielleicht sollte ich ich die Leute einfach mal fragen, ob sie Zimmer untervermieten ;-)

Da die Suche nach einem Motel im Rahmen meiner Preisvorstellung erfolglos war, halte ich mich ans Campen. Zum Glück gab es bisher keine weiteren Gewitterstürme und der Strand ist wirklich traumhaft! Das Wasser hat genau die richtige Temperatur, allerdings sind die Wellen schon recht ordentlich… Zweimal schon bin ich nicht schnell genug durch die Brandung gekommen und musste – mit dem Bikini voller Sand und schwer darauf konzentriert, nicht unterzugehen – den Originalzustand wieder herstellen. Weiter draußen ist es aber super zum planschen und schwimmen. Und – vermutlich bin ich die einzige, die darüber in Verzückung gerät – direkt in Strandnähe kreuzen Delfine und Pelikane, als wäre es das Normalste von der Welt! Tja, es ist vermutlich das Normalste, aber ich finde es großartig!

Gestern habe ich also fast den ganzen Tag am Strand verbracht und zweifelsohne kann ich noch zwei drei weitere Tage dranhängen. Wenn Ihr auf Google mal gucken wollt: Virginia Beach, 67. Straße – da bin ich! Da wird Football gespielt, da werden Picknicks veranstaltet und tatsächlich gehen Leute am Strand spazieren – zumindest die Anwohner. Von der Partymeile halte ich mich aber so gut es geht fern. Vorgestern bin ich aus Versehen mit dem Auto an der Promenade gelandet, und wenn das passiert, gibt es kaum ein Entrinnen. Da die Seitenstraßen alle für Konzerte und Ähnliches gesperrt waren, musste ich die ganze elendige Strecke hinter mich bringen. Somit habe ich mein Soll an Menschenmassen und Party wohl auch erfüllt ;-)

Den Leuchtturm und First Landing habe ich am ersten Tag schon besichtigt – ein kleines Abenteuer für sich, denn beides liegt in militärischem Gebiet und da rein zu kommen war fast wie eine Grenzüberquerung, inklusive Passkontrolle und Begutachtung des Mietautos. Für die Besteigung des Leuchtturms wurden dann gleich noch ein paar Dollar fällig, aber irgendwie hat es sich gelohnt… obwohl es nur 191 Stufen waren, hatte ich zwei Tage lang Muskelkater! Wie kann das denn bitteschön angehen?

Gestern Abend habe ich hier dann mal wieder zwei Deutsche kennen gelernt. Christiane und Andreas cruisen auch mit einem Mietwagen rum und ziehen von Campingplatz zu Campingplatz. Heute morgen waren wir zusammen im Pocahontas echt amerikanisch frühstücken, aber der Laden war so voll, dass wir einen Pieper bekommen haben, um auf einen Tisch zu warten. Ging aber dann recht fix und die Auswahl war gigantisch! …und nein, ich hab schon wieder kein Foto gemacht. Ich hab’s schlicht vergessen und außerdem haben wir uns so nett unterhalten. ;-)

11 Gedanken zu „Mein Urlaub vom Urlaub

    1. Tina Beitragsautor

      Hi Ihr zwei,
      das tut mir leid ;-) War schön Euch getroffen zu haben! Hoffe, Ihr könnt Euch Euer Urlaubsfeeling noch eine Weile bewahren :-)

  1. CatchUp

    Virginia Beach…? Gibt’s da noch einen anderen AT den ich nicht kenne, oder bist jetzt farbenblind und nem Blue Blaze gefolgt…? ;P

    1. Tina Beitragsautor

      Oh… pfff… hab ich mich da vertan?! Etwa? Oder bist du vielleicht die Abkürzung gelaufen und hast den besten Teil verpasst…? :-P

    1. Tina Beitragsautor

      Tja, hätt’ste man… Wäre auf jeden Fall lustig geworden ;-)

  2. Kathrin

    Hey, ich finde das klingt super! So könnte ich mir das auch vorstellen!
    Weiterhin gute Erholung! Sonnige Grüße (in HH haben wir z.Z. über 30 Grad)
    KaCaBeJu
    P.S. Habe jetzt fast fünf Wochen frei!!! Ostsee – wir kommen….

    1. Tina Beitragsautor

      Ostsee kling absolut super, wenn ich nicht so weit weg wäre, wäre das mein Favorit ;-)
      Viel Spaß!!!

  3. Daniel

    Ach nee … Die feine Dame lässt sich’s gut gehen, während wir hier denken, sie würde sich entbehrungsreich durch den Dschungel schlagen und von Käferlarven und Gräsern ernähren … Trotzdem natürlich viel Spaß!
    Ist mir übrigens ein Rätsel, wie man so viel Text (den ich stets sehr amüsant finde …) in ein Smartphone getippt kriegt, aber das nur nebenbei.

    1. Tina Beitragsautor

      Oh danke, den hab ich (Spaß)!

      Übrigens auch beim Schreiben, vielleicht ist das der Grund, warum es mir so leicht fällt! :-) Mein Smartphone schlägt ja immer schon das nächste Wort vor (bzw. drei zur Auswahl) – theoretisch müsste ich so pro Wort nur einmal tippen – wenn das passende dabei wäre… Ich habe schon überlegt, mal einen ganzen Artikel nur auf diese Weise zu verfassen… das wäre dann wirklich amüsant! …und vermutlich großer Unsinn ;-)

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