Gib mir Tiernamen…!

Letztens nannte mich jemand German Chick… Da fiel mir auf, wieviele Namen ich hier schon verpasst bekommen habe. Snowball ist nur die Spitze des Eisberges und hat glücklicherweise das Rennen gemacht bei der Suche eines Trailnamens für mich… Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Leute auf dem Trail mich mit Fay (hach, ich zartes Zauberwesen… ;-)), TinkerBell oder Pacman angesprochen hätten, obwohl das heiß in Diskussion war, und man sich den Trailnamen üblicherweise nicht selber aussucht.

Die größte Kreativität im Bereich der Namensgebung konnte ich allerdings beim Servicepersonal feststellen. Egal ob Bar, Restaurant, Imbissbude oder Hotelrezeption… es wurde Altes erprobt und Neues erdacht, was das Zeug hielt. Besonders skurril fand ich die Bedienung im Blueblaze-Café in Damaskus: kaum aus den Windeln raus, erdreistete sie sich, mich Sweetheart, Sweety, Honey und Darling zu nennen, während wir (fünf Hiker) rumflachsten, ob sie wohl schon mal eine Nacht mit mir verbracht hätte.

Bemerkenswert fand ich auch die Damen an der Rezeption des Howard Johnson in Daleville: von Ma’am, Miss Tina und Girlfriend bis zu German Girl, German Lady, Hikerlady und außerdem den oben genannten Varianten war alles dabei. Einmal guckte jemand an einem Empfangstresen nicht einmal hoch, als er mich fragte: “What can I do for you Sir? (hob den Kopf)… ähm Ma’am… (schüttelte den Kopf)… ähm Miss…?” gefolgt von einem nüchternen ‘Sorry…!’ :-D

Ich hatte mich schon fast daran gewöhnt, bis im Shenandoah National Park in einem Tourie-Shop eine halbgare Rangerin mit Plastikhandschuhen mich von oben herab (sie war einen ganzen Kopf kleiner ;-)) nach meinem Ausweis fragte, als ich Zigaretten kaufen wollte… und mich dabei die ganze Zeit Baby nannte… Dann stellte sich heraus: sie nannte wirklich jeden Baby, völlig unabhängig von Alter oder Geschlecht… Ich konnte mir das Grinsen kaum verkneifen. Einige Leute guckten etwas irritiert und ich glaube, ein älterer Herr drehte sich verwirrt nach hinten um, ob jemand anderes als er gemeint sein könnte. Beruhigend: es scheint also auch hier Grenzen des guten Geschmacks zu geben, wenn sie auch etwas weiter gesteckt sein mögen ;-)

Die meisten – besonders die Sympathischen – waren allerdings an meinem ‘Real-Name’ interessiert. Viele nennen mich (mundgerecht ;-)) Tina und einige wenige Bettina, wobei das mit englischem Akzent eher wie Batiina klingt, was auch nach einem halben Jahr immer noch etwas ungewohnt ist. Aber ich mag es, denn es zeigt Interesse und ist ein Zeichen von Respekt!

An alle Darlings, Babies, Sweethearts, Girlfriends und Chicks da draußen: Ihr habt doch den Knall nicht gehört!

PS: Challenge #7 Gebt mir einen Spitznamen!

3 Gedanken zu „Gib mir Tiernamen…!

  1. Snowball Beitragsautor

    Da muss ich doch direkt noch was ergänzen!

    Es ist mir erst sehr spät aufgefallen, weil der Spitzname es auf dem Trail ja nicht weit gebracht hat… ABER an meinem Briefkasten und meiner Klingel steht immer noch der Name meiner Zwischenmieterin… und dieser ist identisch mit einem der Vorschläge von oben. Die Glückliche heißt zu meiner – und vermutlich auch ihrer Freude – nicht Pacman oder TinkerBell mit Nachnamen. :-D Aber ich bin sicher, in dem Fall hätte ich es eher bemerkt!

    Und noch etwas… Habt Ihr Euch mal gefragt, wie man meinen Nachnamen auf amerikanisch ausspricht? Für die Amis war das so kompliziert, dass ich ihn selber nach und nach verenglischt habe… Und dann kam irgendwann mal der Comic zu Mr. Bean im Fernsehen… Als der Name fiel, fühlte ich mich direkt angesprochen… :-D So weit ist es jetzt also schon gekommen, Mrs. Bean…

  2. Daniel

    An der Tiernamen-Competition wollte ich mich eher nicht beteiligen. Dafür musste ich am letzten Wochenende an Deine Erzählungen denken: Ich habe mit einem Freund auf Fehmarn gezeltet und nachts hatte ich Besuch von einem Nagetier in meinem Zelt (Maus? Ratte? Dachs? Wiesel? Biber? Säbelzahntiger? Man weiß es nicht.) Das Viech hatte auch viel Spaß mit unserer Mülltüte sowie einem Schlauch im Motorraum des Wagens. Ich glaube, es gibt einen statistischen Zusammenhang zwischen der Populationsdynamik der norddeutschen Nager und dem Auslastungsgrad des ADAC.

  3. Kathrin

    Na, dein Patenkind hatte früher ja auch einen schönen Namen für dich:
    Tante Tita!
    Mein Favorit war ja immer “Tinkerbell” !!! ;-)
    Ich schau´mir erstmal deine Riesenfüße an, dann überleg ich mir einen Namen.
    Bigfoot!?!
    Bis ganz bald…

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