Hier bin ich nun also wieder

…und frage mich, was sich denn verändert hat. Für mich selbst ist es teilweise nicht so sehr offensichtlich, denn ich hatte sechs Monate Zeit, mich daran zu gewöhnen. Und andererseits ist es nur allzu offensichtlich, und ich spüre, dass so einiges anders ist.

Das fängt mit ganz banalen Dingen schon an, zum Beispiel mit meinem Kleiderschrank… Wer zum Teufel hat bloß das ganze Zeug angesammelt und warum finde ich trotzdem nichts zum Anziehen? Warum sind die Schuhe alle zu eng und wer würde freiwillig den ganzen Tag darin herumlaufen? Wieso fand ich mein Bett eigentlich schon lange unbequem, wenn es doch eigentlich das Paradies ist? Kuschelig warm, weich, trocken … und sooo viel Platz!

Wieso ist es plötzlich so einfach, Dinge loszulassen? Warum sind so viele Dinge gar nicht mehr wichtig und andere dafür umso mehr?   DARUM!   Ich habe mir diese Fragen vorher nie gestellt und trotzdem alle Antworten bekommen. Und manchmal braucht man nicht mal die… Nun gut, das waren ja jetzt auch die banalen Themen… ;-)

Hamburg hingegen hat sich überhaupt nicht verändert. Naja, der HVV hat eine neue Werbekampagne… Und direkt habe ich den Eindruck, zumindest die Mitarbeiter sind dadurch sehr motiviert. Da stand zum Beispiel hinten auf einem Bus ‘Ich hol die Autos von der Straße’. Und die Fahrerin eben dieses Busses ließ sich natürlich nicht lumpen! Kaum hatte ich das stehende Gefährt zu 90% überholt, schmiss sie den Blinker an, um alle ihr verfügbaren Mittel (in diesem Falle also den Bus) dafür einzusetzen, mein Auto und mich in den Gegenverkehr zu verbringen. Fast wäre es ihr auch gelungen, aber zum Glück funktionierten meine Bremsen schneller als ihr Blinker – und es kam grad niemand von vorne… Es ist also alles wie gewohnt :-) Heute habe ich mir erstmal eine Monatskarte besorgt. Weil es so schön ist in Bus und Bahn. Und wer will bei so einem Unfall nicht lieber im größeren der beteiligten Fahrzeuge sitzen?!

Wo wir gerade beim Thema sind… was ich ja ein halbes Jahr lang so gar nicht vermisst habe, sind menschliche Ausdünstungen – in einer Intensität, wie wirklich nur öffentliche Verkehrsmittel sie zur Geltung bringen können! Dagegen waren die paar ungeduschten Gestalten im Wald noch die reinste Frischebrise! Genau genommen – ich hatte es schon mal erwähnt – müffeln die meisten Hiker nicht, wie man befürchten würde. Natürlich gibt es überall Ausnahmen, aber wer in der Lage ist, länger als zehn Minuten U1 zu fahren, ohne den Brechreiz überhand gewinnen zu lassen, der dürfte auf dem Trail keinerlei Probleme haben! Da kriege ich spontan Sehnsucht – es roch nicht nur besser im Wald, es war auch viel (viel!) sauberer! Klar, ich musste vielleicht laufen… ABER niemand hat mich vollgestunken, angerempelt oder um acht Uhr morgens in einem klimatisierten Kabuff erwartet. Niemand hat mich IRGENDWO erwartet! Niemand hat überhaupt IRGENDETWAS von mir erwartet! Das waren noch Zeiten… *seufz*