Luxus und Gewicht

Wenn man übers Weitwandern liest, kommt man schnell zu dem Schluss, dass – mal abgesehen von den Meilen – Gewicht alles ist – in erster Linie das des Rucksacks und in zweiter Linie auch das eigene…

Ich habe mich redlich bemüht, die sechs-Kilo Marke zu knacken – also nach unten, nicht nach oben – ohne unnötig viel Geld zu investieren. NOCH weiß ich nicht genau, ob mir das gelingen wird. Vermutlich nicht, auch wenn mein Rucksack weit unter dem Startgewicht vor zwei Jahren liegt… im Gegensatz zu mir.

Die Isomatte brauchte ich ja nun sowieso neu, da habe ich mich dramatisch ;) reduziert und statt der XL Variante die Größe Regular gewählt und außerdem eine viel dünnere Unterlage gewählt, bzw. selbst gebastelt. 170g gespart. Allerdings hatte ich bisher immer vergessen, meine Croqs zu erwähnen, die bisher in keiner Liste (wohl aber in meinem Rucksack) auftauchen mit ca. 300g nicht gerade nachgeschmissen sind.

Es ist aber noch unglaublich viel mehr Potenzial:

- Wenn ich nicht kochen würde, dann könnte ich rund 500g einsparen, wobei die Lebensmittel aufgrund ihrer dann anders gelagerten Zusammensetzung voraussichtlich etwas schwerer wären, also einigen wir uns auf 300g.

- Ein leichteres (und zudem größeres) Zelt, eine halb so schwere Regenhose sowie ein leichterer Schlafsack würden zusammen 700g sparen, wobei jedes Gramm mit gut 1,-€ Schmerzensgeld einhergingen. Leichtes Zeug ist einfach teuer. Wenn ich ganz auf das Zelt verzichten würde – das machen einige wenige – wären es nochmal 800g weniger.

- Keine Fotos zu machen würde mir Zeit und 300g sparen, die Croqs (die ich sowieso bisher nicht auf der Liste hatte) knapp 300g und zwei Unterhosen weniger wären nochmal 70g.

Zusammengefasst:

1670g müsste ich nicht schleppen,…wenn ich morgens und abends auf meinen Kaffee/Tee/Kakao und eine warme Mahlzeit verzichten würde. Ich könnte mich von Rinde, Pilzen, Würmern und Larven ernähren… oder so – und müsste auch weniger Essen schleppen… und wenn ich einen haufen Geld für leichteres Zeug ausgeben würde … und wenn ich auf das gelegentlich geliebte Fotografieren verzichten würde…. und ganz ohne Zelt würde ich sogar sagenhafte 2 1/2 Kilo Gepäck sparen!!! Dann wäre ich arm, gelangweilt, des Nachts von Mücken zerstochen, noch dreckiger und stinkiger als ohnehin schon, aber bestimmt total glücklich…

Ähem… neee! Aber das mit den Croqs ist eine gute Idee, jetzt wo ich so bequeme Schuhe habe – übrigens Trailrunning-Schuhe – brauche ich ja vielleicht keine Campshoes mehr…? Das wäre ein Anfang.

Eine andere Art des Gewicht-Sparens wäre sicher noch gewesen, nicht in den letzten Wochen mal eben so 3-5 Kilo Körpergewicht zuzulegen – das variiert je nach Tagesform meiner Waage. Fremde Waagen behaupten sogar, es wären 5-7 Kilo mehr! Soviel wie mein voller Rucksack ohne Wasser und Lebensmittel! Seit ich wieder Sport mache, ist das einfach so passiert und ich würde mir gerne einbilden, da hätten sich winzige Speckpolster in Mords-Muskeln verwandelt, aber der Spiegel und meine Hosen sowie einige hinterhältig enge T-Shirts behaupten da unverschämte andere Sachen… Naja, nu is´ zu spät. Das reguliert sich auch wieder. Irgendwann. Hoffe ich. ;-)

Hauptsache ist doch, dass ich nicht unter meinem Rucksack zusammen breche und eine schöne Zeit im Wald habe. Kaffee und ein bequemes mückenfreies Bett gehören einfach dazu und der Rest zeigt sich dann. Und wie sagt man so schön:

It´s not about the miles – it´s about the smiles :-D

(Ein paar Meilen wären natürlich trotzdem schön ;-))

One thought on “Luxus und Gewicht

  1. Daniel

    Fremde Waagen können total gemein sein. Am liebsten ist mir meine eigene, die mindestens 2 kg freundlicher ist. Das hochpräzise Schätzchen …

    Viel Spaß! Daniel

    P.S. Wenn man beim Rindenrisotto an was Schönes denkt, geht’s vielleicht.

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