Mit Hunden

…habe ich dieses Jahr zu meiner eigenen Überraschung durchweg gute Erfahrungen gemacht, den Greyhound eingeschlossen. Sowohl die sehr vereinzelten Hunde auf dem Trail, als auch zum Beispiel Molly in Boiling Springs oder Sugar, der Hund von Jody und Craig, waren durchweg sehr gut erzogen. Mit Sugar habe ich sogar Freundschaft geschlossen, sie war immer mit dabei, egal was wir machten.

Im Greyhound auf der Fahrt nach Washington DC fühlte ich mich zwar etwas unangeschnallt, das war ich ja auch, aber ansonsten verlief die Fahrt recht unspektakulär. Nur beste Freunde werden wir nicht werden. Bus fährt scheinbar nur, wer sich nichts anderes leisten kann, wer zu den schmerzbefreiten Ausnahmen gehört oder wie ich als Rucksacktourist unterwegs ist. Da unser Gefährt nur zu etwa einem viertel besetzt war, war es jedoch völlig in Ordnung. Nach nur drei Stunden trudelten wir in Washington ein. WC und Mittagessen waren die ersten Aufgaben, danach machte ich mich auf den Weg ins Hotel, erstmal Ballast abwerfen.

Es machte schon von außen nicht so ganz den erwarteten Eindruck, und als ich in die Lobby kam, war gerade ein junger Familienvater am toben und zetern, weil das Hotel aufgrund eines Softwarefehlers gnadenlos überbucht war. Es nützte nichts, er mitsamt Frau und Kind wurde per Taxi in ein Hotel außerhalb von DC verfrachtet, genau wie schon einige vor ihm und auch alle anderen vor mir in der Schlange… Dann war ich dran, der junge Mann an der Rezeption erzählte mir dieselbe Story. Ich machte große Augen und dicke Backen, keinen Schimmer, wie ich den Abend und kommenden Tag verbringen sollte, wenn nicht im Zentrum… ganz zu schweigen davon, wie ich von ‘außerhalb’ zum Flughafen kommen sollte. Er bat mich um ein wenig Geduld und verschwand im Hinterzimmer, er würde eine Lösung finden, versprach er mir.

Ich malte mir bereits aus, was ich alles tun könnte, wenn nicht Sightseeing… nicht dass ich da viele Ideen gehabt hätte außer schreiben, oder zu hoffen es gäbe einen Pool… da kam er zurück mit einem Lächeln im Gesicht und zwei Key-Karten. Auf wundersame Weise hatte er doch noch ein freies Zimmer aufgetan, das außerdem (Craig wird es freuen) im obersten Stock direkt neben dem Notausgang lag. Es überraschte mich außerdem mit einer, wie ich fand, recht modernen und sehr sauberen Einrichtung. Sowas! Ich finde es immer wieder unglaublich, wieviel Glück ich mit Pech habe!

Dann ging es erstmal in die Stadt, die Atmosphäre aufsaugen und am Monument herumhängen, bis ein kleiner Hunger sich einstellte… In der Nähe des Hotels hatte ich eine Bar/Bistro ausgemacht mit einer sehr verlockenden Speisekarte. Es schien jedoch mehr so eine Art Szenetreffpunkt zu sein, zumindest sah es von außen so aus, wenn es auch nicht komplett voll war. Minutenlang schlich ich herum und versuchte Alternativen zu googeln, irgendetwas wo sie mich mit meinen Turnhosen nicht gleich wegschicken würden, aber fast alles war Fastfood, und das kam einfach nicht in Frage. Ich dachte mir, ‘to go’ wäre doch eine Lösung, und marschierte schließlich doch hinein, wo ich prompt und ungefragt sehr freundlich begrüßt und sodann ungeachtet meines Hiker-Outfits an den nächsten freien Tisch am Fenster geleitet wurde. Na sowas!? Worüber habe ich mir eigentlich Gedanken gemacht? Wir sind hier in Amerika! :) Das Essen war grandios und das Bierchen sorgte für die nötige Bettschwere. Zum Glück war es ja nicht weit!

Heute um zwölf war dann checkout, vorher habe ich alles erledigt, was zu erledigen war und nun liege ich noch ein Stündchen am Pool und genieße die Sonne (und das Wifi), bis ich zur Metro muss. Hoffentlich klappt das alles. Als ich vorhin versuchte, mich online für meine Flüge einzuchecken, gab es mich gar nicht. Es bleibt also bis zur letzten Minute spannend ;)