Morgen muss ich früh raus

…das bin ich überhaupt nicht mehr gewohnt! Halb sechs geht’s los *gähn!* nach Damascus. Also ist heute mal wieder ein bisschen Arbeit angesagt: Laundry, Einkauf und vielleicht Library zum Bilder hochladen… Dachte ich. Das mit den Bildern wird aber heute nichts, denn diesmal hat der Computer wirklich gar nichts gemacht. Das heißt übersetzt, es wird mindestens noch eine Woche lang keine neuen Fotos zu gucken geben, denn ich glaube kaum, dass während der Traildays Gelegenheit dazu sein wird. Dafür habe ich die überraschend verbleibende Zeit genutzt, die Chemiekeule gegen Zecken und Imprägnierspray für meine Regenjacke zu besorgen. Meine Hände sind jetzt ganz wunderbar wasserresistent und keine Zecke wird die Besteigung meiner Schuhe, Gamaschen oder Hosenbeine je überleben. Stellt sich die Frage, ob ich noch Lust habe, mein Zelt einzusprühen, und ob auf die übrigen Klamotten auch was drauf soll, aber dann hab ich das fiese Zeug nachher allmorgentlich an den Fingern… bäh! Darüber denke ich die nächsten Tage nochmal nach.

Am Samstag Abend trafen hier mal wieder zwei neue Patientinnen ein. Das Übliche: Knie und Schienbein. Da wurde auch nicht lange gefackelt, schnell war entschieden, dass es ohne Umwege direkt am Sonntag zum Arzt gehen musste, um schnellstmöglich die nächsten Meilen bestreiten zu können. Das Schienbein allerdings hatte sich einen Infekt zugezogen, der nun zehn Tage mit Antibiotika behandelt werden soll. Aber was sein muss, muss sein. Kann ja nicht jeder so lazy in der Sonne rumhängen wie ich, also sind das inzwischen erholte Knie und das nach wie vor geschwollene und schmerzende Schienbein heute zu einem Probe-Slackpacking-5-Meilen-Tag aufgebrochen. Das war heute morgen, jetzt ist es fast sechs… Selbst ICH habe noch nie neun oder zehn Stunden für diese Strecke gebraucht. Bleibt zu hoffen, dass die beiden einfach noch die schöne Aussicht genossen haben und/oder gerade noch ein bisschen durch den Ort bummeln…

Nachher soll es noch ganz furchtbar regnen. Gestern war es auch so, morgens schien die Sonne, dann wurde es im Tagesverlauf immer heißer, am späten Nachmittag fing es dann an zu tröpfeln und plötzlich goss es wie aus Eimern. Zwei Paar Schuhe, die unbeaufsichtigt im Eingang standen, entdeckten gerade das Rafting als neues Hobby für sich, bevor ich ihnen den Spaß verderben musste.

Wenigstens gab es eine gute Stunde lang mal keine Bugs, zu deutsch Viecher, die mein Blut saugen wollten. Die kommen wirklich ausnahmslos alle zu mir, große und kleine Fliegen, Käfer, Mücken, Gnats, einfach alle. Und die Katze – oder ist es ein Kater? Bear mit Namen – spekuliert ständig auf mein Essen… Tja, einsam bin ich nicht!  ;-)

Livin’ in a box… 

Auch Ungewohnt: nachher muss ich aus ‘meinem Zimmer’ – der Hikerbox – ausziehen (ja, das mach ich bestimmt nicht noch morgen früh!!!), dabei hatte ich mich gerade dran gewöhnt ;-) Ich durfte die letzten zwei Wochen in der Rumpelkammer wohnen, die tatsächlich als Hikerbox genutzt wurde. Nachdem ich da aufgeräumt und geputzt habe, ist es richtig gemütlich. Ich habe mich ob des großen Platzangebotes richtig breit gemacht, heute Abend heißt es, Backpack packen :-)

2 thoughts on “Morgen muss ich früh raus

  1. Daniel

    Hallo Bettina, gemeinsam mit einigen aus dem Chor hatte ich heute das urdeutsche Kontrastprogramm zu Deinem Walk: Wir sind »Am Brunnen vor dem Tore« singend durch die Lüneburger Heide gewandert (was sehr schön war) (zumindest für uns). Ähnlichkeiten mit 50er-Jahre-Heimatfilmen sind wirklich rein zufällig. For You weiterhin much fun und amazing american impressions.

  2. Claudia

    Kein Wort vom Essen…hast Du Angst, dass Du mit dem Kater teilen musst? :-D
    Ich denke an Dich und bewundere, was Du alles auf Dich nimmst!
    *R*E*S*P*E*K*T*

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