Da hab’ ich mich

…doch glatt verkalkuliert. Nachdem ich in Uncle Jonny’s Hostel noch kurz mein Paket aufgegeben habe, bin ich fluchtartig wieder in den Wald verschwunden. Puh! Ruhe! Himmlisch… Und so bin ich den ganzen Tag wunderbar entspannt vor mich hingewandert, unterbrochen nur durch kurze Begegnungen mit Fooliery, der mich seit zwei Tagen immer wieder ueberholt. Abends suchte ich mir ein schoenes Plaetzchen fuer mein Zelt und kurze Zeit spaeter kamen noch Featherhead und Fourty Ounzes dazu. Das war bisher die ruhigste Nacht, die ich je auf dem Trail hatte! Ich hab geschlafen wie verrueckt ;-)

Am naechsten Tag sollten wir dann feststellen, dass auch Fooliery unwissentlich nur wenige Schritte von uns entfernt gecampt hatte. Wir trafen uns alle zur Mittagspause in einem Shelter wieder. Da es in der Ferne grummelte und rumpelte, wollten die drei abwarten, ob einer der gefuerchteten Thunderstorms hereinbrechen wuerde, aber ich hatte Hummeln im Hintern und beschloss weiter zu laufen. Fast haette ich den Abzweig zum Greesy Creek Friendly Hostel verpasst, da es nur eine alte Jeepstrasse ist, die gefuehlt etwa eine Meile durch den Wald (natuerlich bergab) in den Ort fuehrt. Aber es gab diverse kleine Anzeichen und meine Hoffnungen, den ganzen Weg nicht umsonst gelaufen zu sein wurden nicht enttaeuscht. Habe ich also statt drei Tagen nur zwei gebraucht, so ueberrasche ich mich manchmal selbst ;-)

Gestern habe ich dann einen Slackpacking Tag eingelegt. Eigentlich sollten es – inclusive des ganzen Weges zurueck auf den Trail – etwa 12 Meilen sein, aber auf dem Roan Mountain haben sie den Trail erneuert. Was urspruenglich stracks den Berg rauf fuehrte, wurde ersetzt durch eine nicht enden wollende Anzahl von Switchbacks, man laeuft jetzt also in Schlangenlinien den Berg hoch, was nicht so steil, aber ungefaehr dreimal so weit ist. Mir kam es vor, als wanderte ich durch eine Schneise der Verwuestung, es muss also ganz neu gewesen sein. Den Weg runter hatten sie auch ueberarbeitet… und zwar, indem sie einfach Tonnen ueber Tonnen faust- bis kopfgrosser Steine und Felsbrocken auf den Weg geschuettet hatten. Das Ganze hatte sich noch nicht annaehernd gesetzt, so dass ich bei jedem Schritt tierisch aufpassen musste. Meinen Knien ist das allerdings trotz allem sehr gut bekommen, und so will ich mich nicht beschweren ;-)

Jetzt sitze ich hier mal wieder an einem Computer… und kann keine Bilder hochladen, weil mein Paket mit dem Elektrokrempel (und nebenbei mit meinen sauberen Klamotten…) noch nicht hier ist. Conny die das Hostel leitet hat heute ihren Sabbath, das heisst sie arbeitet nicht – keine Waesche, keine Shuttles. Ich fuehle mich ein wenig minderbemittelt und hoffe sehr, dass mein Paket heute noch kommt, denn morgen ist Sonntag …und ich will wieder in den Wald… und es waere sooo schoen mal wieder Bilder hoch zu laden, wobei Conny schon meinte, ihr Highspeed-Internet waere sehr langsam. Warten wir es ab – mal wieder.

 

2 thoughts on “Da hab’ ich mich

  1. M & P

    Hi Liese,

    das mit den Bildern (bzw. das mit keinen Bildern) kommt uns allmählich verdächtig vor. Könnte es sein, dass Du gar nicht mehr durch den Wald dackelst, sondern inzwischen auf Hawaii mit dem Bauch in der Sonne liegst und das nur nicht nachsagen willst??…. wäre doch ‘ne Alternative … also wir hätten vollstes Verständnis dafür.

    Sollten wir uns wider Erwarten irren, hier ein wertvoller Tipp, falls Du auf Deiner nächsten Etappe mal wieder von anhänglichen vierbeinigen Begleitern genervt wirst: es gibt im Internet ein tolles Rezept “Spanferkel à la Wau”. Das kann ganz einfach am abendlichen Lagerfeuer zubereitet werden.

    In diesem Sinne: mach das Beste draus! Viel Spaß! Wir drücken Dich! (°L°) und (*j*)

  2. Daniel

    Da weiß man gar nicht, wofür man fester die Daumen drücken soll: für die dauerhafte Gesundheit Deiner Knie oder für einen schnellen Internetzugang, damit’s mal wieder schöne Bilder gibt. Wie auch immer, weiterhin viel Spaß!

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