Wie in vielen Orten

…so bin ich auch in Hampton eine Nacht länger als geplant hängen geblieben. Und das nur, weil das mit dem Shuttle zum Einkaufen sich ewig hingezogen hat. Nützte aber nix, der Laden neben dem Hostel taugte leider nicht, um mich für die nächsten Tage auszustatten. So nahm ich widerstrebend einen ungeplanten Zeroday und tröstete mich Tags drauf mit Slackpacking. Direkt hinter Hampton waren nämlich einige Meilen für Camping, Picknicks und Rumhängen aller Art Aufgrund besonders gewitzter Bären gesperrt. Und so konnte ich tun, was erlaubt war: straight thru’hiken. Der Typ, den ich diesmal retten musste, war bloß dehydriert und ohne Wasser unterwegs. Fünf Minuten Sache. Ihr hört, langsam langweilt es mich… Ich hoffe, die letzten drei Meilen hat er mit meinem Wasser auch noch geschafft. Ich bin immer wieder überrascht, wie gedankenlos und schlecht vorbereitet sich einige Leute in den Wald begeben.

Die nächsten zwei Tage waren relativ unspektakulär, wenig Leute auf dem Trail, Wetter ok und auch sonst nicht viel los. Die eine Nacht waren wir mal wieder richtig viele Camper an einem Shelter. Es stellte sich heraus, dass vier der Kerls ‘nur’ einen Wochenendtripp machten. Hätte ich mir denken können, denn sie waren sauber, unbärtig und rochen auch noch recht frisch. Eigentlich hatten sie sich schon im Shelter gemütlich eingerichtet, als ich eine Maus sah… Ich erklärte ihnen wortreich, dass sie lediglich über Nacht ihre Taschen und Tüten offen lassen müssten, denn die Mäuse wären nur neugierig. Wenn sie nichts Essbares fänden, würden sie wieder verschwinden und nichts anknabbern… Schließlich wäre es nicht mehr so kalt, dass sie in die Schlafsäcke kriechen würden, um sich zu wärmen… Während ich so rumklugscheißerte und zwei noch lachten, bauten die anderen beiden ihr Zelt schon auf und verließen das Shelter. Kurz darauf folgten die anderen zwei, es war zum piepen!

Die nächste Nacht campten wir dann wieder nur zu zweit, diesmal hatte Space Captain sein Zelt in meiner Nähe aufgebaut. Sehr gut, denn der Bär kam auf seiner Seite den Berg hoch ;-) Der ließ sich zum Glück leicht verscheuchen und so war es eine ruhige Nacht. Den nächsten Tag sind wir dann früh durchgestartet, allerdings habe ich mindestens zwei Stunden länger gebraucht, um nach Damascus zu kommen. Diesmal habe ich mich bewusst für einen Zero entschieden und mir etwas Zeit genommen… um meine nach wie vor undichte Regenjacke erneut und um meine – nach der Behandlung mit Insektizid neuerdings – undichten Schuhe zu imprägnieren… um einen Sommerschlafsack zu kaufen (nebenbei noch ein paar kostenlose neue Einlegesohlen abzustauben) und die Wintersachen voraus zu senden… um ein wenig im B&B eigenen Jakuzzi herumzutreiben… um mich mal wieder mit der Technik herumzuärgern… und wie immer um die höchste Punktzahl bei der Kalorienzufuhr zu erzielen. An genau diesem Punkt werde ich auch gleich nochmal feilen und mir ein Cheese-Steak oder ähnliches zu Gemüte führen ;-)

Die nächsten Tage (ein, zwei, drei… Wochen?) wird es hier eventuell etwas ruhig werden, denn ich habe massive Probleme mit der Technik… und wirklich wenig Lust, mehr Zeit vor dem Computer zu verplempern als sonst wo! Da hätte ich ja gleich zu Hause bleiben können!!! :-P

Bis dahin, passt auf Euch auf! … und drückt mir die Daumen für gutes Wetter! ;-)

2 Gedanken zu „Wie in vielen Orten

  1. Daniel

    Irgendwie machen die Männer selten eine gute Figur in Deinen Geschichten. Entweder sie haben Angst vor Mäusen oder sie denken, sie könnten ohne Wasser überleben. Aber glaub mir: Wir sind nicht alle so! Ich wünsch viel Glück, gutes Wetter, dichte Stiefel und schlaue Kerle.

    1. Tina Beitragsautor

      Kann ich doch nichts dafür, dass die Frauen sich nicht so doof anstellen ;-)

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