Visum

Seit dem 14. Dezember 2013 ist es etwas einfacher und übersichtlicher geworden, ein Nicht-Einwanderungs-Visum für die USA zu beantragen. Ich habe es besonders schlau angestellt und  (ich wollte ja nicht riskieren, zu spät dran zu sein) habe Anfang Dezember – also vier Monate vor Reisebeginn – angefangen, mich zu informieren und auch schon das erste Fomular ausgefüllt… die Zahlungsmodalitäten waren mir suspekt und so habe ich ein paar Nächte darüber geschlafen, bevor ich überweisen wollte. Und plötzlich war alles anders und alles einfacher. :-) Juhu!

Auf der Seite der Diplomatischen Vertretung der USA Deutschland ist alles jetzt sehr übersichtlich und eindeutig zu finden

Man braucht

  • zuerst ein Foto nach den dort genannten Vorgaben, digital und sicherheitshalber ein Abzug, den man dann zum Interview mitnimmt;
  • das Formular DS-160, das man dort online ausfüllen muss, wenn man länger als 90 Tage in den USA verbringen will. Hier lädt man auch das digitale Foto hoch. Man bekommt einen Onlinezugang und hier muss man…
  • zunächst die Gebühr bezahlen. Sobald man die Bestätigung erhält kann man über seine Zugangsdaten den…
  • Interviewtermin online buchen. Wo man dieses Interview machen will (Berlin, Frankfurt, München), entscheidet man aber BEVOR man das Fomular ausfüllt, weil die Daten dorthin übermittelt werden.
  • Welche Unterlagen man braucht, findet man detailliert auf der Seite. Auf jeden Fall den Reisepass, den elektronischen Ausdruck mit der Terminbestätigung (Strichcode!) und das Foto. Sinnvoll ist es , Unterlagen (Kopien) dabei zu haben, die belegen, dass man sich das bummelige halbe Jahr ohne Arbeit in den USA auch leisten kann… und vor allen auch leisten kann wieder auszureisen ;-) Ich hatte zum Beispiel meinen Sabbatical-Vertrag dabei, der belegt, dass ich meinen Job behalte.

Ja, dann fährt man zum Interview – wie ich zum Beispiel nach Berlin. Mein Tag sah folgendermaßen aus:

4 Uhr aufstehen, Duschen, Autofahren (Hamburg-Berlin), Frühstück bei Mäckes, eine Stunde in der Kälte Schlange stehen, ausziehen, Sicherheitscheck, anziehen, eine Stunde in der Wärme Schlange stehen, eine Minute am Schalter sitzen, eine Stunde im Wartebereich sitzen, fünf Minuten am Schalter stehen und… Interview!  Ein klein wenig reserviert und von oben herab war die Damen schon, besonders als sie merkte, dass mein Englisch etwas zu wünschen übrig lies… es ging also auf Deutsch weiter, dabei habe ich mich wirklich bemüht! Ich hätte das schon hingekriegt. Aber soviel Geduld hatte sie dann doch nicht… und was mir einfiele, einfach mal ein ganzes halbes Jahr nicht zu arbeiten war ihr auch völlig unverständlich (die würde gut zu meinem Chef passen ;-)) Naja, was den vielgerühmten Respekt angeht, der auf der Internetseite der Botschaft so umfangreich beschrieben wird, würde ich noch minimale Punktabzüge – also 4,5 von 5 Sternen – geben, aber ich habe mein Visum! Ihre letzte Frage: “6 Monate!?”  – ja…? -  dann kam ein leicht genervtes “Viel Glück!” und ein Stempel auf dem Formular :-D Reisepass und Visum wurden zugeschickt, ich ging also erstmal ohne was davon. Dann die Rückfahrt (Berlin-Hamburg) -> Elf-Stunden-Tag voll! Puh! Mein Tipp fürs Interview: lasst Euch nicht durch egal welche Art von Fragen aus der Ruhe bringen! Die machen nur ihren Job. Also locker bleiben :-)

Am Ende hat sich gezeigt, dass es recht schnell gehen kann, wenn man bisher ein anständiges Leben geführt hat ;-) Ich hatte mein Visum Anfang Januar in der Tasche, also nach vier Wochen, und das obwohl ich mich nicht besonders beeilt habe. Trotzdem ist das eine Sache, um die ich mich immer ein viertel Jahr vor Reisebeginn kümmern würde!

Was man NICHT vorher machen sollte:

  • Flüge buchen
  • Krankenversicherung abschließen
  • große Anschaffungen tätigen, die man nur für diese Reise benötigt

Es besteht immer auch die Möglichkeit, dass man KEIN Visum erhält!