über mich

Ich werde wandern gehen. 3500 km. Die Idee dazu hat sich – wie bei so vielen – vor ein paar Jahren durch eine simple Doku in mir fest gesetzt und mich seitdem nicht mehr losgelassen:

Durch die Wildnis Amerikas

Ich habe mir das eigentlich nicht besonders gründlich überlegt. Jedenfalls nicht vorher. Ich bin kein Mensch, der gerne alleine reist, ich komme nicht auf komische Ideen, wie zum Beispiel ein halbes Jahr mal nicht zu arbeiten und meinen Job zu riskieren. Ich bin eigentlich überhaupt nicht besonders abenteuerlustig, wenn es um Dinge geht, von denen ich ÜBERHAUPT KEINE Ahnung habe. Wie zum Beispiel Wandern, Campen, nicht Duschen… oder andere Dinge, die nicht zu meinen Hobbys gehören.

Wie kam es dazu?

Tja, keine Ahnung. Kennt Ihr diese Momente in Filmen, wo zwei Menschen sich miteinander unterhalten und der eine redet die ganze Zeit auf den anderen ein… und der andere hört zunächst noch zu, man nimmt die Szene aus seiner Sicht wahr und das Gegenüber verschwimmt, die Worte verwischen zu einem immer leiser werdenden Strom, einer Aneinanderreihung oft gehörter, vorbeirauschender Laute. Was zunächst so wichtig war, hat plötzlich keine Bedeutung mehr und nachdem gefühlt schon viel zuviel Zeit vergangen ist macht es in diesen Filmen plötzlich dieses ratschende Geräusch und der “Zuhörer” befindet sich wieder in der Gegenwart. Und immer ist danach etwas anders. So ähnlich erging es mir während eines Gesprächs mit meinem Chef… es machte “ratsch” und unvermittelt fragte ich ihn, ob ich nicht mal ein halbes Jahr frei haben könnte. Einfach wegbleiben. Nicht arbeiten. Etwas anderes machen. Es ist mir einfach so rausgerutscht. Und während ich es aussprach wusste ich, das will ich machen! Ich brauchte ein Ziel, ich wollte einen Sinn, und ein bisschen meine Ruhe.

Das JA hat eine Weile auf sich warten lassen, aber nun ist es so und alles anders: Ich werde alleine reisen, ich werde wandern, campen und nicht duschen. Und ehrlich gesagt: ich kann mir grad nix schöneres vorstellen!